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Mit welcher Hard- und Software kann ich professionellen Techno produzieren?

Eine durchaus nicht triviale Frage! Fassen wir mal unter ?Techno? jegliche elektronische Clubmusic zusammen:

Im Prinzip kann man mit einem starken PC oder MAC (am besten Quadcore) und der richtigen Software schon recht amtliche Tracks produzieren. Wer unbedingt den analogen Sound in seinen Stücken haben möchte, wird um einen (bzw. mehrere) analog-Synthesizer nicht herumkommen.

Rein Software basiert

Ein rein softwarebasiertes Studio (das geht durchaus auch im professionellen Sektor) sollte mindestens mit einem neueren Rechner (Quadcore und 3-4 GB RAM, besser ein 64-Bit-System mit 8GB RAM), einem aktuellen OS (MacOs X 10.5 oder 10.6 bzw. Vista oder Win7) und einer vernünftigen Soundkarte ausgerüstet sein. Unter vernünftig verstehe ich keine Soundkarten für 50 Euro oder gar OnBoard-Soundsysteme! Ich empfehle hier die Interfaces von RME. Analog dazu könnten die Metric Halo oder auch die Steinberg-Interfaces interessant sein.

Eine vernünftige Abhöre ist auch sehr wichtig; wichtiger als der zweite TFT, oder eine teure (Gamer-)Maus/Tastatur. Abhöre und Soundkarte können gerne im Bereich von ? 2.500,- und mehr angesiedelt sein, wenn das System das Attribut "professionell" verdienen soll.

Als Software gibt es hier zwei "Klassiker":

-Propellerheads Reason

-Fruity Loops

Ersteres ist, vor allem in der Drum?n?Bass und Hip-Hop Szene sehr beliebt, auch unter Profis. Fruity Loops ist bei Trance gerne gesehen, speziell im Semi-Professionellen Bereich. (Ich kenne sogar Leute, die ganze symphonische Filmmusiken mit Fruity Loops gemacht haben - geht allerdings für diese Anwendung durchweg komfortabler)

Flexibler, auch komplexer in der Handhabung und teurer in der Anschaffung sind Lösungen wie Cubase, Cakewalk oder Logic. Ich würde zu einer dieser Lösungen raten, am ehesten zu Cubase, da es recht weit verbreitet ist (wichtig für Kooperationen) und auf Mac und PC läuft.

Software-Synthesizer sind bei allen Lösungen mit dabei. Trotzdem sollte hier noch die ein oder andere Mark, Pardon, der ein oder andere Euro eingeplant werden. Hier gibt es viele tolle Klangerzeuger für recht schmales Geld. Der große Nachteil zu Hardware-Synthesizern (also Synthis aus "Fleisch und Blut"): Sie müssen in der Regel mit der Maus bedient werden. So genannte Controller leisten hier zwar oft gute Arbeit, ersetzten aber meist nicht die "dezidierte" Hardware. Der große Vorteil: Man kann einen Synthesizer mehrfach laden, also mehrfach nutzen als ob man nicht nur ein Exemplar hätte.

Ein einfaches Keyboard (ohne eigenen Klangerzeuger) wird zum Einspielen benötigt. So etwas gibt es als USB-Lösung, so dass ein Midi-Interface unnötig ist.

Soft- und Hardwarebasiert

Heutzutage sind die Anforderungen da sehr ähnlich, und ganz ohne Software-Klangerzeuger (speziell Sampler) geht das, nach meinem Erachten, gar nicht.

Ein Studio, welches auch auf Hardware-Klangerzeuger setzt, braucht einen nicht ganz so starken Rechner. Dualcore mit 2GB RAM reicht aus. Eine gute Soundkarte ist auch hier Pflicht, genauso wie die Abhöre, also die Montiorboxen. Außerdem wird noch ein Midi-Interface gebraucht, um die Synthesizer anzusteuern. Als Keyboard zum Einspielen kann durchaus einer der Synthesizer dienen.

Welche Synthesizer angeschafft werden sollen hängt ganz von den Klanglichen Vorlieben und dem Genre ab. Acid (und anverwandte Stile) setzen auf die TB303 (und Clone) oder evtl. auch ein SH101, bei Trance könnte ein Walldorf PPG Pflicht sein. Gerade die alten Synthesizer sind schwer zu bekommen, aufwändig zu warten und nicht eben billig.

Zum Mischen kann hier ein externes Mischpult genutzt werden. Um auch nur annähernd professionell zu sein, empfehle ich Pulte von Mackie, Tascam oder Yamaha. Hier ist der Anschaffungswiderstand bei ca. 1000-2000 Euro (für die kleinen Lösungen). Evtl. sind noch externe Effektgeräte anzuschaffen.

Ich persönlich habe in dem Mischraum meiner Tonkutsche die Digitalpute abgeschafft, und setze auf rein rechnerbasierte Mischung. Dabei muss man im Auge behalten, dass die Soundkarte genügend Eingänge hat und die CPU genügend "Puste".

Fazit

Ich persönlich würde beim Neubau auf ein Win7-64BIT mit 8GB RAM und Cubase setzen. Warum? Für Windows gibt es mehr Plugins (Effekte, Synthesizer), vor allem im Freeware-Sektor. 64-Bit ist die Zukunft, und es gibt keine RAM-Probleme mehr. Hardware (Synthesizer, Effekte...) würde ich nur in Ausnahmefällen anschaffen.

Aber wichtig beim Musikmachen ist immer: die Musik! Ohne gute, innovative und hörenswerte Musik hilft die ganze Technik nicht! Snap (als Beispiel) haben unter technischen Bedingungen produziert, die heute (was die Computer und Sampler-Technik angeht) kaum als professionell bezeichnet werden können. Viel gute analog-Technik (Effekte, Mischpult, Synthesizer) und vor allem musikalischer Sachverstand und Gespür haben SNAP zur Legende werden lassen.

Die hier aufgeführten Lösungen (Produkte etc.) sind nur Vorschläge und Denkanstöße. Ein Besuch in einem guten Musikgeschäft zeigt schnell, dass es noch mehr fantastische Produkte und Hersteller gibt. Ich bitte auch zu bedenken, dass meine Antwort - aus Gründen der Lesbarkeit nur an der "Oberfläche kratzt". - Keep Rockin?

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