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Ab welchem Alter sollte mein Sohn mit Trompeten-Unterricht beginnen?

Wenn man beginnt, Trompete zu lernen, arbeitet man anfänglich noch mit sehr viel Druck. Hierbei werden die vorderen Zähne auf das Trompetenmundstück gepresst, um den gewünschten klaren Ton zu erzeugen. Das liegt daran, dass zunächst die Lippenspannung fehlt, die wir benötigen, um ein angenehmes Ergebnis ohne Druck zu erhalten.

Mit diesem Wissen erkennt man leicht, dass es empfehlenswert ist, zu warten, bis die Zähne bzw. der Kiefer ausgewachsen ist oder zumindest die zweiten Zähne an ihrer endgültigen Position sind.

Nach medizinischen Aspekten sind die mittleren Schneidezähne ungefähr mit 8 Jahren ausgewachsen, die 7-er Zähne mit ca. 15 Jahren. Bei den Weisheitszähnen dauert das Wachstum bis ca. 22 Jahre, kann aber auch erst mit über 30 Jahren abgeschlossen sein.

Die eigentliche Entscheidung muss man selbst treffen. Die Gefahr, dass sich die Zähne nach innen schieben oder schief stehen, steht dem frühen instrumentalen Training und damit einer besseren Basis des Trompete-Spielens entgegen. Ich selbst würde mein Kind nicht vor dem 15. Lebensjahr ans Trompetenspiel heranführen. Dann ist die gröbste Entwicklung der Zähne abgeschlossen und es kann geübt werden. Und bis dahin natürlich fleißig andere Instrumente spielen - wie beispielsweise Blockflöte, ab 6 Jahren etwa Klavier, später Gitarre, aber auch Xylophon, Trommeln und vieles mehr - und singen.

Ich und viele meiner Kollegen haben zwischen dem 7. und 9. Lebensjahr angefangen, Trompete zu spielen. Es stimmt zwar, dass leider viele Trompetenschüler am Anfang mit Druck probieren das gewünschte Resultat zu erzeugen, aber dies sollte unter der Aufsicht eines erfahrenen Lehrers nicht der Fall sein.

Da anfangs die Kraft in den Lippen noch nicht stark genug ist um hohe Noten zu spielen, sollte man am Anfang viel Zeit mit Lippensummen "buzzing" verbringen. Bei der Trompete (und auch bei jedem anderen Blechblasinstrument) wird der Klang durch die Vibration der Lippen erzeugt. Diese Vibrationen gelangen durch das Mundstück in das Instrument und werden durch das Instrument verstärkt. Je besser also das Lippensummen beim Mundstück, desto besser ist das Endresultat am anderen Ende des Instruments.

1. "Buzzing"

Man muss beim Üben des Lippensummens darauf achten, einen klaren und gleichmässig stabilen Ton zu erzeugen. Dazu braucht es einen guten Luftstrom (genügend Luft und Stützung des Luftstromes). Mit ein bisschen Übung klappt dies ganz gut. Das Lippensummen sollte ein Bestandteil der Aufwärmübungen jedes Blechbläsers sein. Egal ob Anfänger, Amateur, oder Berufsmusiker. Am Morgen eines langen Arbeitstages im Studio oder Probesaal verbringe ich etwa 5-15 Minuten mit Lippensummen um mich auf den Tag vorzubereiten. Das Gute daran ist, das man dies auch während dem Zeitung lesen, Kaffee machen oder Autofahren tun kann.

2. Buzzing mit Mundstück

Sobald man beim Lippensummen einen klaren und gleichmässig stabilen Ton hinkriegt, kann man das Gleiche auch mit dem Mundstück probieren und üben. Dabei ist zu beachten, dass man keinen Druck (oder so wenig wie möglich) auf die Lippen ausübt. Das Mundstück sollte mit nur drei Fingern (Zeigefinger, Mittelfinger, und Daumen) gehalten werden und sollte nur so weit auf die Lippen aufgelegt werden, dass beim Lippensummen keine Luft seitwärts entweicht. Auch hier gilt es zu erzielen das man einen klaren und gleichmässig stabilen Ton erzeugen kann. Übung macht den Meister.

3. Buzzing mit Mundstück und Mundrohr

Sobald dies mit dem Mundstück auch klappt, kann man den nächsten Schritt wagen und das Mundstück in das Mundrohr "Leadpipe" einsetzen. Es ist sehr wichtig, dass man jetzt mit dem Instrument, gleich wie vorher mit nur dem Mundstück, keinen unnötigen Druck auf die Lippen ausübt. Wenn man dann, genau wie vorher beim Lippensummen, mit einem klaren und gleichmässig stabilen Ton durch das Mundstück und durch das Instrument bläst, sollte nun auch eine klare und gleichmässig stabile Note erklingen. Bei den meisten Schülern ist dies die Note C', G', oder C''.

Es dauert keine Ewigkeit, um den dritten Schritt zu erreichen und kontrolliert anzuwenden. Die meisten meiner Schüler benötigen dazu 5 x 20 Minuten Gezieltes Üben. Der Lehrer muss in den ersten Wochen darauf achten, dass der Schüler auch weiterhin nicht unnötig Druck auf die Lippen ausübt. Nach einer gewissen Zeit sollte der Schüler sich selbst daran erinnern.

Wie findet man einen erfahrenen Lehrer?

Falls es in Ihrem Ort eine Musikschule oder ein Berufsorchester gibt, können Sie sich dort nach professionellen Instrumentallehrern erkundigen. Es gibt aber auch in einigen Dorfmusik-Vereinen und Posaunenchören hervorragende Amateurlehrer. Erkundigen Sie sich bei den Eltern von anderen Schülern, um herauszufinden, welche Lehrer in Ihrer Umgebung unterrichten, welche Lehrer von den Schülern wie auch Eltern geschätzt werden und welche Lehrer gute Resultate erzielen.

Üben

Bedenken Sie aber bitte, dass man auch mit einem hervorragenden Lehrer nur Fortschritte macht, indem man zuhause regelmässig und gezielt die Stücke und Etüden übt, die einem der Lehrer oder die Lehrerin aufgegeben hat ;).

Viel Spass!

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