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Wie gründe ich einen "Fan-Club"?

Grundsätzlich braucht es natürlich erstmal einen Künstler mit "Fan-Base" damit ein Fan-Club überhaupt Sinn macht. Der Fan kann ein Fanatiker, begeisterter Anhänger, Gefährte, Freund, Gefolgsmann, Sympathisant oder Schwärmer sein. Damit sind alle gemeint, die sich für die Ausstrahlung oder den Erfolg des Künstlers begeistern können. Besonders engagierte Fans möchten zum Erfolg des Künstlers beitragen, ihm besonders nah sein und Aktionen für Gleichgesinnte ins Leben rufen. Der Fan-Club kann im übrigen einen wichtigen Umsatzfaktor für den Künstler bedeuten.

Wenn keine persönliche Beziehung besteht, schreibt der Fan den Künstler an und informiert ihn darüber, dass er für ihn einen Fan-Club gründen möchte. Ist der Künstler mit der Idee einverstanden, wird in der Regel ein Vertrag aufgesetzt, in dem alle Berechtigungen festgelegt sind. Die Fans erstellen dann z.B. eine Homepage im Internet, eine Myspace-Seite, Videos, Merchandise, Autogrammkarten, Poster, Fanclub-Ausweise, Gästebücher etc. Der Fanclub-Leiter benötigt für all diese Dinge natürlich eine Genehmigung, da hier Urheberrechte und andere Gesetze beachtet werden müssen. So muss der Fanclubleiter z.B. auch einen Gewerbeschein haben, wenn er Fanclub-Artikel verkaufen möchte. Daraus können dann Ansprüche der Urheber von Musik, Fotos und sonstigen schutzfähigen Arbeiten gestellt werden.

Sind die Grundsteine gelegt, muss der Fanclub natürlich gepflegt werden. Neben der konstanten Aktualisierung (ja nach Bekanntheitsgrad des Künstlers am besten täglich!) von Website und sonstigen Internet-Portalen gilt es, Fanclub-Treffen zu organisieren, Promomaterialien zu erstellen und interessante Anreize für die Mitglieder zu kreieren. Gleichzeitig sollte der Künstler hautnah präsent sein. D.h. es muss mit dem Künstler abgestimmt werden, wann, wie und wo persönliche Treffen, Chats, Meet & Greet-Aktionen oder Autogrammstunden etc. möglich sind.

Die Arbeit in einem Fanclub ist in der Regel eine ehrenamtliche Tätigkeit. Je nach Bekanntheitsgrad des Künstlers werden jedoch Abmachungen vereinbart, so dass der Leiter z.B. Geld für Promotion-Aktivitäten zur Verfügung gestellt bekommt, um optimal arbeiten zu können.

Die Arbeit eines Fanclubs sorgt dafür, dass der Künstler im Gespräch bleibt. Umgekehrt sollte der Künstler dafür sorgen, dass die Fans Gesprächsstoff haben und bereitwillig für Fanclub-Aktionen zur Verfügung stehen.

Abschließend noch ein paar grobe Daten: Gemäß einer von Amazon in Auftrag gegebenen Studie sind mehr als ein Drittel (35,9%) aller Deutschen bekennende Fans. D.h. sie haben Bilder oder Poster ihrer Lieblinge im Haus, sammeln Autogramme, kaufen Merchandise und gehen auf Konzerte. In Ostdeutschland ist die Zahl sogar noch höher! Hier ist der Link zur Studie.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Fanclub eine tolle und ehrenwerte Sache ist, die den Künstler unterstützt. Man sollte sich jedoch genau über die Rahmenbedigungen (Verträge, Gesetze, Urheberrecht) informieren und sich im klaren darüber sein, dass es eine langfristige Verpflichtung bedeutet, die mit viel Arbeit verbunden ist. Auch Einfühlungsvermögen in Künstler und Fans, Kommunikationsstärke sowie Koordinationsfähigkeit sind gefragt, um alles gut abwickeln zu können.

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